Brot backen

Brot bei Fructoseintoleranz unverträglich? Das kann man machen!

Was können Sie machen, wenn Sie Brot bei Fructoseintoleranz nicht vertragen?

Im Zusammenhang mit der Fructoseintoleranz wird sehr häufig die Frage gestellt, ob Brot verträglich ist. Grundsätzlich sollten Brotsorten, die keine unverträglichen Zusätze wie Sorbit, Zucker oder Ähnliches enthalten, bei einer Fructoseintoleranz verträglich sind. Alle bekannten Getreidesorten und Pseudogetreidesorten sind schließlich sehr arm an Fructose. Dennoch scheinen manche Betroffene auf Brot bei Fructoseintoleranz zu reagieren. Was könnten Ursachen dafür sein?

Sind Hefe und Dextrose bei Fructoseintoleranz ein Problem?

Auf der Suche nach einem verträglichen Brot bei Fructoseintoleranz kommt oftmals die Frage auf, welche Zusätze in Brot nun eigentlich verträglich sind und welche nicht. Typische Zusatzstoffe in Brot sind beispielsweise Hefe, Dextrose, modifizierte Stärke, Ascorbinsäure, Natriumacetat, Zitronensäure sowie Sorbit und Zucker.

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Was tun, wenn Brot bei Fructoseintoleranz nicht verträglich ist?

Grundsätzlich sind diese Stoffe bei Fructoseintoleranz harmlos, lediglich auf Sorbit und Zucker sollte geachtet werden, da Sorbit die Aufnahme von Fructose behindern kann. Dennoch reagiert nicht jede Person auf Sorbit oder Haushaltszucker gleichermaßen negativ, speziell deshalb, da diese Zusätze meist nur in sehr kleinen Mengen enthalten sind. Daher die Frage oft aufzukommen scheint: Dextrose ist ebenfalls verträglich, da es identisch mit Traubenzucker ist. Wenn Brot nicht verträglich ist, hat dies oft andere Ursachen.

Auf andere Unverträglichkeiten testen

Wer Brot bei einer Fructoseintoleranz nur schlecht verträgt, obwohl potenziell unverträgliche Zusätze wie Sorbit und Haushaltszucker nicht enthalten sind, sollte auch andere Unverträglichkeiten in Betracht ziehen. Schließlich steigt die Tendenz für Unverträglichkeiten auf bestimmte Getreide wie Zöliakie, Glutensensitivität sowie Weizenallergie in unserer Bevölkerung z. T. stetig an und eine Unverträglichkeit wie die Fructoseintoleranz kommt selten alleine.

Wer unter starken Symptomen auf Brot bei Fructoseintoleranz leidet, sollte dringend einen Arzt aufsuchen. Eine möglicherweise zusätzlich vorhandene Zöliakie kann ernstzunehmende Folgen haben, da der Darm zerstört wird. Andererseits sollten Personen, die keine Glutenunverträglichkeit haben, nicht komplett auf Glutenhaltiges verzichten.

FODMAPs machen Brot bei Fructoseintoleranz unverträglich?

FODMAP sind oftmals ein großes Problem und das nicht nur, wenn Brot bei Fructoseintoleranz nicht gut vertragen wird. Das Wort FODMAP bedeutet übersetzt fermentierbare Mehrfachzucker, Zweifachzucker, Einfachzucker sowie spezielle Alkohole. Probleme treten dann auf, wenn nach dem Verzehr die genannten Stoffe nicht aufgenommen werden können und schließlich vergären, also zu Gasen zersetzt werden. Ein gesunder Darm hat im Normalfall keine Probleme mit FODMAPs. Ist der Darm, zum Beispiel aufgrund von einer Unverträglichkeit, geschwächt, so kann es zu Problemen durch FODMAPs kommen. Der selbe Fall ist auch bei der Fructoseintoleranz, nur dabei mit der Fructose, welche nicht aufgenommen werden kann.  Eine Unverträglichkeit auf FODMAPs kann daher auch ähnliche Symptome wie die einer Unverträglichkeit auf Fructose verursachen. Somit können FODMAPs dazu führen, dass Brot bei Fructoseintoleranz nicht vertragen wird.

Brot backen
Es kann hilfreich sein, Brot bei Fructoseintoleranz selber zu backen

Wer auf Brot bei Fructoseintoleranz aufgrund von FODMAPs reagiert, sollte wissen, dass speziell Roggen, aber auch Weizen und Dinkel reich an FODMAPs sind. Die anderen bekannten Getreidesorten enthalten hingegen nur sehr wenig FODMAPs. Des Weiteren kommen FODMAPs in anderen pflanzlichen Lebensmittel wie einigen Gemüsesorten vor. Sollten Sie bei Ihnen eine Intoleranz auf diese fermentierbaren Stoffe vermuten, so können Sie unter Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker für einen Zeitraum von 4-8 Wochen auf stark fodmaphaltige Lebensmittel (siehe Listen im Internet) verzichten. FODMAPs komplett vermeiden können Sie allerdings nicht und das wäre auch nicht zielführend. In einer Testphase sollten Sie den Konsum lediglich reduzieren. Damit können Sie herausfinden, ob fodmaphaltige Produkte wie Gemüse oder Brot bei Fructoseintoleranz bei Ihnen Probleme bereitet.

Brot von heute ist anders als früher

Aber nicht immer sind Gluten oder FODMAPs das Problem. Das Brot von heute ist nicht vergleichbar mit früher. Andere Zubereitungsarten und Neuzüchtungen machen das tägliche Brot, wie es in der Bibel steht, nicht mehr zu dem wertvollen Lebensmittel, welches es einmal gewesen ist.

Früher wurde Brot in den meisten Kulturen stets als Sauerteigbrot zubereitet. Das bedeutet tagelanges fermentieren des Brotteiges durch (gute) Bakterien. Dabei konnten Antinährstoffe wie Lektine und Phytinsäure stark reduziert oder komplett abgebaut werden. Der heutige industrielle Brotteig hingegen bleibt meistens nur wenige Stunden, wenn überhaupt so lange, stehen. Dadurch wird es dem natürlichen Fermentationsprozess erst gar nicht ermöglicht potenziell schädliche Antinährstoffe  in hoher Zahl zu eliminieren.

Lektine sind allgegenwärtige Stoffe in unserer Ernährung. Es sind Stoffe die in einigen Pflanzen entstehen, vermutlich um sich gegen Fraßfeinde zu wehren. Lektine sollen sich gerne an Kohlenhydrate binden und damit unter anderem an unsere Darmwände. Man geht davon aus, dass durch manche Lektine das Leaky Gut Syndrom entstehen kann, ein Syndrom bei dem der Darm löchrig wird und schädliche Stoffe ins Blut gelangen können. Generell sollte der Großteil der Lektine allein schon durch das Erhitzen zerstört werden. Anders schaut dies aber bei der Phytinsäure aus, die die Aufnahme von vielen Mineralstoffen reduzieren soll. Diese kann nur durch fermentieren abgebaut werden. Sauerteig ist aufgrund der Eliminierung  von Antinährstoffen für viele Personen eine verträglichere Alternative.

ATI in fructosearmen Brot

ATi oder auch Amylase Trypsin Inhibitoren genannt, könnte man wohl ebenfalls zu den Antinährstoffen zählen. Menschen, die bei Fructoseintoleranz Brot aus Weizen nicht gut vertragen, obwohl man keine Zöliakie diagnostizieren kann, könnten möglicherweise eine Unverträglichkeit auf die ATIs entwickelt haben. Dieser Stoff kommt in vergleichsweise großen Mengen speziell in den modernen Hochleistungsweizensorten vor. Das Ziel bei der Züchtung dieser war meistens Ertragsteigerung und Schutz gegen Insekten, gesundheitliche Aspekte wurden weniger beachtet.

Fructoseintoleranz-Welches Brot?

Auch wenn Sie keine Probleme mit Antinährstoffen oder FODMAPs haben, kann es dennoch empfehlenswert sein, sein Brot selber zu backen. Speziell wenn Sie Brot bei Fructoseintoleranz aufgrund von möglichen Zusätzen wie Sorbit nicht vertragen und sicher wissen wollen, was ihr Brot enthält, sollten Sie Brot backen einmal ausprobieren. Fructosefreies Brot zu backen ist schließlich ganz einfach.

In meinem Beitrag „fructosearmes Brot aus Dinkel und Buchweizen “ hab ich ein leckeres Fructoseintoleranz Brot vorgestellt, welches Sie unbedingt probieren sollten. Ansonsten können Sie sich in der Bäckerei Ihres Vertrauens über Verträglichkeit sowie Zutaten im Brot informieren. Hier finden Sie noch eine Liste mit fructosefreie Lebensmittel, die Sie beim Brot backen nutzen können.

 

 

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