Fructose gesund oder gift thumbnail

Fructose gesund oder Gift?

Fructose, auch Fruchtzucker ist von Natur aus in Obst und Gemüse enthalten. Dadurch klingt Fructose ja schon mal ganz schön gesund, oder? Naja in dieser Form dürfte die Fructose auch niemanden ohne Unverträglichkeit etwas anhaben. Anders sieht das aber bei der industriell hergestellten Fructose aus, die vornehmlich aus Maissirup hergestellt wird. Dadurch nehmen wir über unsere Ernährung mit Fertigprodukten und Softdrinks immer mehr Fructose zu uns. Ist diese Menge Fructose gesund?  Ist Fructose allgemein gesund? Was sind die Vor und Nachteile?

Fructose früher und heute

Schauen wir ein paar Millionen Jahre zurück: In eine Welt in der die Vorfahren des heutigen Menschen leben. Damals hatte der Mensch natürlich auch schon Früchte gegessen. Die Früchte damals unterscheiden sich aber teilweise extrem von den Früchten, die wir im Supermarkt kennen. Sie enthaltenen fast immer mehr Ballaststoffe, weniger Fruchtzucker und viele Kerne sowie kaum Fruchtfleisch. Alleine von Obst hätte ein Mensch damals mit großer Sicherheit nicht leben können, wenn wir bedenken wie niedrig der Energiegehalt dieser Obstsorten war.

Erdbeere
Ist Fructose gesund?

Aber auch wenn wir ein wenig näher am Zeitstrahl schauen. Vor ein paar Hundert Jahren waren die Obstsorten auch noch nicht so hochgezüchtet, es gab keine Softdrinks voller Fructose und keine Fertigprodukte. Fructose wurde damit  nie in so großen Mengen wie heute konsumiert. Zudem gab es Früchte in unseren Breitengraden und auch in vielen anderen Regionen der Erde fast ausschließlich zu einer Jahreszeit: den Sommer. Viel wichtigere Energielieferanten des Menschen waren wohl Fleisch, Samen, Nüsse, stärkehaltige Wurzeln sowie später auch Getreide.

Fructoseintoleranz Forum

Heutzutage liegt der durchschnittliche Konsum von Fructose in den USA bei rund 80 Gramm am Tag. Es ist noch gar nicht so lang her da lag der tägliche Fructosekonsum bei 16-24 Gramm.[1] Mit der Industrialisierung und der globalen Weltwirtschaft übertragen wir auch viele Trends aus den USA, hier auch in gewisser Weise unsere Ernährungsgewohnheiten und somit auch den Konsum von Fruchtzucker.

Was ist Fructose?

Fructose zählt zur Gruppe der Einfachzucker, gehört also zur Gruppe der Kohlenhydrate. 1g Fruchtzucker liefert genauso viele Kalorien wie 1g Trauenzucker (4,1 kcal), Fruchtzucker ist aber deutlich süßer. Diesen Effekt scheint auch die Industrie für sich zu nutzen.

Fructose kann nicht so einfach wie Glucose (Traubenzucker) verstoffwechselt werden. Zum Einen wird Fructose im Dünndarm nur sehr langsam aufgenommen, andererseits muss Fructose zuerst in der Leber verarbeitet werden, bevor sie zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Des Weiteren braucht unser Körper keine Fructose, es ist ein nicht essenzielles Zuckermolekül. Nun aber zur eigentlichen Frage dieses Beitrags: Ist Fructose gesund?

Ist Fructose gesund oder schädlich?

Ob Fructose gesund ist kann man weder mit einem nein, noch mit einem ja beantworten. Fructose aus Gemüse und zuckerarmen Obstsorten ist definitiv nicht ungesund. In fast allen Obst- und Gemüsesorten befindet sich der Fruchtzucker schließlich auch nicht alleine. Das bedeutet in einem fructosehaltigen Naturprodukt befindet sich meist nicht nur Fructose, sondern auch Glucose. Es gibt jedoch Softdrinks in denen sich nur Fruchtzucker befindet. Der Körper kann Fructose aber besser verdauen, wenn er auch Glucose hat.


Bleiben Sie informiert!

Informiert bleiben über neue Beiträge? Wenn du möchtest kannst du hier den Blog abbonieren um Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

PS: Wir senden keinen Spam und du kannst dich jederzeit wieder abmelden! Datenschutzinformation

Das Problem bei der Fructose ist, wenn man zu viel von ihr konsumiert. Unser Körper ist schon alleine evolutionsbedingt nicht gewohnt große Mengen Fructose auf einmal zu konsumieren. Das überlastet nicht nur unseren Darm, sondern könnte auch die Leber überlasten. Aussagekräftige wissenschaftliche Beweise fehlen dafür allerdings. Zusammengefasst kann es also so sein, dass Fructose gesund, aber auch ungesund ist. Für Menschen mit einer Fructoseintoleranz ist Fructose allerdings nicht gesund.

Macht zu viel Fruchtzucker dick?

Ob Fructose gesund ist, kann auch davon abhängen, ob Fructose dick macht.  Das kann man aber ebenfalls nicht mit Sicherheit sagen. Was wir allerdings wissen ist, dass ein übermäßiger Fructosekunsum dazu führen kann, dass unser Sättigungsgefühl nicht mehr optimal funktioniert (da Leptin nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert, siehe Studie). Sollte unser Sättigungsgefühl also nicht mehr optimal funktionieren, könnte das dazu führen, dass wir mehr Kalorien zu uns nehmen als wir eigentlich brauchen. Des Weiteren fühlen sich viele Menschen nach dem Konsum von flüssiger Nahrung wie Softdrinks nicht gesättigt. Daher Fructose oft in Softdrinks zu finden ist, ist hier genau dasselbe der Fall. Wir sind nicht gesättigt und nehmen mehr Kalorien auf als wir brauchen.

fructose
Fructose gesund oder Gift?

Wenn wir beispielsweise einen Pfirsich essen, schaut das ganze ganz anders aus. Das Sättigungsgefühl kommt vielleicht nicht von der Fructose, Ballaststoffe sättigen allerdings sehr wohl. Wenn wir an die Frage, ob Fructose gesund ist zurück denken, so stellen wir womöglich schnell fest, das dem möglicherweise nicht der Fall ist, falls eine Person aufgrund von Fruchtzucker unter Übergewicht leiden muss. Übergewicht schmälert nicht nur das Selbstvertrauen, auch das Risiko für Arteriosklerose sowie Diabetes Typ-2 und Gelenksbeschwerden könnte steigen.

Fructoseintoleranz und andere Krankheiten durch zu viel Fructose

Dass isolierte Fructose nicht gesund ist, wissen wir. Kann sie aber auch zu Krankheiten führen? Könnte vielleicht sogar die Fructoseintoleranz durch einen jahrelangen überhöhten Konsum von Fructose entstehen?

Bezüglich der Fructoseintoleranz durch zu viel Fruchtzucker kann ich nur meine eigene Erfahrung beschreiben. Als Kind hab ich früher täglich Unmengen Fruchtsäfte getrunken. Tag für Tag. Oft literweise. Wenn man sich überlegt: Angenommen ich habe 1,5 Liter Apfelsaft an einem Tag getrunken, so hätte ich die Fructose aus fast 2 kg Äpfel zu mir genommen. Nicht die Fructose aus wilden Äpfel, die deutlich niedriger ist, die aus hochgezüchteten süßen Äpfel. Dazu hab ich fast meist noch irgendein Obst und zuckerhaltiges gegessen. Die Folge? Jahre danach bekam ich die Diagnose: Fructoseintoleranz. Ob das irgendeine Korrelation hat: Ich denke schon.

Wie schaut es aber mit anderen Krankheiten aus? Es gibt einige Hinweise auf die unterschiedlichsten Störungen sowie Krankheiten durch Fructosekonsum. Beispielsweise geht man davon aus, dass wenn ein Mensch zu viel Fructose konsumiert, der Körper nicht alles aufnehmen kann (so wie das bei Menschen mit Fructoseintoleranz auch der Fall ist). Die Folge? Der Fruchtzucker gelangt weiter in den Dickdarm und dort freuen sich allerlei Bakterien darauf. Wenn die Bakterien dann den ganzen Fruchtzucker konsumieren, entstehen verschiedenste Nebenprodukte wie Säuren oder Gase, welche zu Darmsymptomen führen können. Dasselbe passiert auch bei der Fructoseintoleranz. Langfristig wird dadurch aber auch der Darm geschädigt. Das könnte zu einer Veränderung der Darmflora und in Folge möglicherweise auch zu einem Leaky-Gut-Syndrom, also einen löchrigen Darm führen. Auch in dieser Studie wird beschrieben, wie Fructosekonsum zu einer erhöhten Darmpermeabilität (=Leaky Gut) führen kann.  Ist aber der Darm geschädigt, so können Fremdstoffe ins Blut gelangen und damit können Symptome in allen Körperbereichen auftreten. Allerlei Autoimmunerkrankungen und vieles mehr können somit mit einem geschädigten Darm bzw. indirekt mit Fructose zusammenhängen.

Unter Mediziner umstritten ist allerdings die Meinung, ob übermäßiger Fructosekonsum eine Fettleber begünstigt.

Fructose, Gicht & Krebs

Wenn Fructose gesund wäre, so dürften keine Krankheiten aufgrund des Konsums entstehen. Es gibt aber nicht nur Hinweise, dass ein übermäßiger Konsum von Fructose zu einer Fructoseintoleranz, einer erhöhten Darmpermeabilität sowie in Folge auch zu Autoimmunerkrankungen führen könnte, sondern sogar Hinweise, dass ein hoher Konsum an Fructose Krebszellen zu gedeihen hilft und Gicht begünstigt. Wie in dieser Studie beschrieben ist Fructosekonsum mit einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, Darmkrebs und möglicherweise andere Krebsarten verbunden.

Zudem kann Fructose das Risiko für Gicht erhöhen. Bei der Bearbeitung von Fructose in unserer Leber steigt nämlich die Purin-Produktion in unserem Körper an. Die Folge? Purine werden zu Harnsäure abgebaut und schließlich steigt der Harnsäurespiegel. Ein erhöhter Harnsäurespiegel ist allerdings die Ursache von Gicht.

Fructose in der Lebensmittelindustrie

Warum Fructose gesund und ungesund sein kann, hätten wir schließlich geklärt. Wie kommt es aber dazu das Fructose so gerne von der Lebensmittelindustrie in Fertigprodukten verwendet wird?

Die Lebensmittelindustrie hat mit Fructose einerseits den Vorteil, dass Fructose eine viel höhere Süßkraft als Haushaltszucker hat, andererseits kann Fructose auch günstiger hergestellt werden (oft aus billigen Mais). Des Weiteren, bietet Fructose für den Lebensmittelkonzern auch viele technische Vorteile, beispielsweise hat es eine sehr gute Löslichkeit. Der größte und damit der wichtigste Vorteil von Fructose für die Lebensmittelbranche ist aber wohl das Image. Für welchen Verbraucher klingt „mit Fruchtzucker gesüßt“ nicht besser als „mit chemischen Süßungsmittel“ oder „mit Haushaltszucker gesüßt“? Der Name „Fructose“ scheint dem Zucker ein gutes Image zu bereiten. Es bleibt nur eine Frage der Zeit, bis das verschwunden ist, wenn Menschen merken, wie Fructose eigentlich auf unsere Gesundheit wirkt.

Ist Fructose gesund? Buch: Die Fructose-Krankheit

Die Fructose Krankheit: In dem Buch erfahren Sie ob Fructose gesund ist oder Krankheiten verursacht.

Zum Thema, ob Fructose gesund oder schädlich ist hat Benjamin Seeds das Buch „Die Fructose-Krankheit“ geschrieben. Darin beschreibt er mögliche Krankheiten (Zivilisationskrankheiten) die dieses Zuckermolekül anrichten kann. Das Buch enthält ziemlich interessante Fakten, allerdings ist die momentane Studienlage noch nicht wirklich so weit fortgeschritten, dass es für die Krankheiten auch sichere Beweise gibt.

Für alle, die sich für das Buch interessieren: Hier finden Sie nähere Informationen.*

 

Fazit: Ist Fructose gesund? Soll ich Fructose vermeiden?

Grundsätzlich kann Fructose gesund bzw. neutral sein, aber in zu hohen Mengen auch schädlich sein. Der Mensch ist es evolutionsbedingt nicht gewohnt, solch große Mengen Fructose verdauen zu müssen. Wilde Früchte enthalten im Vergleich zu Neuzüchtungen viel weniger Fructose und standen nicht in allen Jahreszeiten auf den Speiseplan. Durch den Konsum von Säften sehen wir außerdem nur schlecht was für riesige Mengen Fruchtzucker wir eigentlich zu uns nehmen. Alleine 1 Liter Apfelsaft besteht aus ca. 1,3-1,4 kg Äpfel und deren Fructose. Gefährlich sind außerdem Softdrinks, in denen oft große Mengen Fructose lauern. Diese isolierte Fructose ist jedoch dafür bekannt zu allerlei Erkrankungen führen zu können. Möglicherweise führt sie zu Übergewicht, Fettleber, Fructosemalabsorption, Leaky Gut und folglich auch zu verschiedensten Autoimmunerkrankungen. Des Weiteren könnte Krebs und Gicht begünstigt werden. Allerdings, ist Fructose billig und günstig kommt es dem Unternehmen auch, dass Fructose (zumindest aktuell noch) so einen guten Ruf hat.

Quellen:

1: Buch: Darm mit Charme von Giulia Enders, 31. Auflage von 2014, Seite 72 f.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.