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Sind Probiotika bei Fructoseintoleranz sinnvoll?

Probiotika sind aktuell ein beliebtes Thema im Gesundheitsbereich! Die kleinen Kapseln voller probiotischer Bakterien sollen vor den Schäden von Antibiotika schützen, Allergien lindern, bei Hautkrankheiten helfen und natürlich unsere Darmgesundheit verbessern. Aber was können Probiotika bei Fructoseintoleranz? Ist ein Probiotikum bei einer Fructoseintoleranz sinnvoll und welche Probiotika eignen sich bei einer Fructosemalabsorption am besten? Was sollte man sonst noch beachten für einen gesunden Darm bei Fructoseintoleranz?

Was können Probiotika bei Fructoseintoleranz?

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Helfen Probiotika bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit?

Betroffene einer Fructoseintoleranz können den in Früchten natürlich enthaltenen Fruchtzucker nicht gut verdauen. Bei Ihnen kommt es zu Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Blähbauch und Sodbrennen. Im Ernstfall kann es bei der Fructoseintoleranz auch zu Symptome wie Konzentrationsprobleme, Leberprobleme, und sogar Depression kommen! (siehe auch: Folgekrankheiten der Fructoseintoleranz)

Die Ursache liegt an einem Mangel des Transportprotein GLUT-5, welches Fructose über die Dünndarmschleimhaut ins Blut transportiert. Unverdaute Fructose gelangt weiter in den Dickdarm, wo Sie anschließend von Bakterien verstoffwechselt wird. Dabei entstehen Gase und Stoffwechselprodukte die letztendlich zu den Beschwerden führen.

Wie Sie sehen liegt die Ursache einer Fructoseintoleranz in einem ungesunden Darm. Was wäre also, wenn man mithilfe von Probiotika die Gesundheit unseres Darms verbessern könnte? Würde sich auch die Fructoseintoleranz bessern?

Sind Probiotika bei einer Fructoseintoleranz sinnvoll?

Helfen Probiotika Nahrungsergänzungsmittel bei der Behandlung der Fructoseintoleranz?

Bei vielen Betroffenen der Fructoseintoleranz beginnt die Unverträglichkeit nach einer Antibiotikatherapie. Bei der Einnahme von Antibiotika werden schädliche wie auch gesunde Darmbakterien zerstört. Häufig dauert es Monate um wieder eine halbwegs gesunde Darmflora bilden zu können, manchmal funktioniert das gar nicht mehr ohne Hilfe durch Probiotika & Co.

Egal ob durch Antibiotika, durch jahrelang falsche Ernährung oder durch übermäßigen Stress – die Ursache der Fructoseintoleranz liegt in unserem Darm. Genauer gesagt im Dünndarm, denn dort wird der Fruchtzucker absorbiert. Deshalb glauben zahlreiche Heilpraktiker daran, dass man mit einer Verbesserung der Darmgesundheit und Darmflora seine Fruchtzuckerunverträglichkeit verbessern kann oder die Fructoseintoleranz sogar heilen kann.

Probiotika können unsere Dünndarmschleimhaut stärken und beim Leaky Gut Syndrom helfen

Eine konkrete Studie über die Auswirkungen von Probiotika bei Fructoseintoleranz ist keine bekannt.  In einer Studie über die Laktoseunverträglichkeit sah man aber einen positiven Zusammenhang von der Probiotikaeinnahme und der Behandlung der Laktoseintoleranz. In einer weiteren Studie sah man, dass spezielle Probiotikastämme eine natürliche Behandlungsmaßnahme bei ernährungsbedingten metabolischem Syndrom, welches durch ein Übermaß von Fructose verursacht wurde, darstellen könnten! (Referenzen 1, 2)

Man weiß, dass Probiotika zahlreiche gesundheitliche Vorteile haben können, besonders bei Menschen mit einem geschädigten Darm. Das ist zum Beispiel bei dem Leaky Gut Syndrom (löchriger Darm) der Fall. Ein geschädigter Darm und Leaky Gut Syndrom stehen aber häufig im Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Probiotika mit Präbiotika bei Fruchtzuckerunverträglichkeit

Schwarzwurzeln sind natürliche meist sehr gut verträgliche Quellen für Probiotika bei Fructoseintoleranz!

In einigen Probiotika-Nahrungsergänzungsmittel sind sogenannte Präbiotika enthalten. Präbiotika sind das Futter für „Probiotika“. Auch wenn Präbiotika zahlreiche gesundheitliche Vorteile aufweisen, so können manche Präbiotika bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit zu Beschwerden führen. Dazu zählen vor allem Fructooligosaccharide, Inulin und Oligofructose!

Diese werden häufig von Betroffenen nicht gut vertragen, aber wie immer ist auch hier die Verträglichkeit von Person zu Person sehr individuell. Werden Sie nicht vertragen sollten Sie Probiotika-Produkte mit zugesetzen Präbiotika wie Inulin und Fructooligosaccharide selbstverständlich meiden.

Gut verträgliche natürliche Präbiotika-Alternativen bei Fructoseintoleranz sind zum Beispiel Chicoreè oder moderaten Mengen Schwarzwurzel! Häufig vertragen Betroffene aber auch Artischocken und Pastinaken als natürliche Präbiotikaquellen sehr gut bei der Fructoseintoleranz, während man Präbiotika wie Lauch, Knoblauch und Zwiebel meist meiden muss (und durch Schalotten ersetzten kann).

Welche Probiotika bei Fructoseintoleranz?

Wenn Sie bei einer Fructoseintoleranz Probiotika kaufen, sollten Sie stets einen Blick über die Zutatenliste werfen um sicherzustellen, dass keine unverträglichen oder gesundheitsschädlichen Zutaten im Nahrungsergänzungsmittel enthalten sind. Wir haben gefühlte Dutzende an Probiotika-Nahrungsergänzungen probiert. Eine gute Erfahrung hab ich im Bezug auf die Fructoseunverträglichkeit dabei mit den Probiotika von Dr Wolz wie Darmflora Plus Select* gemacht. Es enthält kein Inulin, welches bei manchen Betroffenen, die Symptome verschlimmert.

Darmflora Plus Select von Dr Wolz

Darmflora plus select Probiotikum Dr. Wolz
Darmflora plus select von Dr. Wolz

Die beste Erfahrung habe ich mit den Probiotika von Dr. Wolz bei Fructoseintoleranz gemacht. Besonders das Darmflora plus select und das Darmflora plus select intens sind eine optimale Ergänzung zu einer Darmsanierung.

Das Darmflora plus select enthält 8 Bakterienstämme, während die intensive Variante (intens) 18 Bakterienstämme enthält. Beide Nahrungsergänzungsmittel enthalten außerdem die Vitamine B2, B6, B12, B7 und B9. Außerdem sind beide Probiotika sehr hoch dosiert, wobei das Darmflora plus select intens im Vergleich zum normalen rund doppelt so hoch dosiert ist (100 Milliarden Milchsäurebakterien / Tag).

Einige Probiotika sind nicht gegen den Effekt der Magensäure geschützt. Probiotische Bakterien reagieren allerdings empfindlich auf Magensäure und werden durch diese z.T. abgetöt, wodurch sie ihre Effektivität verlieren. Dr. Wolz Probiotika haben hier aber den Vorteil, dass sie sowohl gegen Magensäure als auch Gallensäure resistent sind.

Hier erfahren Sie  nähere Informationen zum Darmflora Plus Select und hier zum Darmflora plus select intens von Dr. Wolz. 

Weitere gute Probiotika für die Fruchtzuckerunverträglichkeit

Neben den Darmflora Plus Select von Dr. Wolz gibt auch zahlreiche weitere gute Probiotika Produkte wie beispielsweise der Kulturenkomplex von Nu Nutrition*!

Beachten Sie aber folgende Faktoren bei der Auswahl:

  • Qualität: Achten Sie darauf, dass die Produkte von unabhängigen Laboren getestet wurden.
  • Zutaten: Achten Sie besonders bei der Fructoseintoleranz darauf, dass die Probiotika keine schädlichen Inhaltsstoffe enthalten.
  • Bewertungen: Vertrauen Sie nicht blind den Bewertungen z.B. von Amazon.de. Manchmal sind diese nämlich gefälscht, ob das der Fall ist lässt sich mit einem Tool wie reviewmeta.com überprüfen.

Probiotika bei Histamin- und Fructoseintoleranz

Bei Histaminintoleranz muss man ganz besonders vorsichtig sein, denn es gibt sowohl histaminsenkende, als auch histaminbildende Bakterienstämme. Wer also sowohl unter Histaminunverträglichkeit als auch Fruchtzuckerunverträglichkeit leidet muss bei der Auswahl von Probiotika ganz besonders vorsichtig sein.

Bifidyn Probiotikum von Vitabay

bifidyn probiotika
Bifidyn Probiotikum bei Fructoseintoleranz

Das Probiotikum „Bifidyn“ enthält lediglich 2 Bakterienstämme, dafür aber genau die richtigen. Das Produkt enthält die Bakterienstämme Bifidobacterium longum und Bifidobacterium bifidum. Gleichzeitig enthält das Produkt keine Präbiotika und eignet sich daher ideal als Probiotika sowohl bei Fructoseintoleranz als auch Histaminintoleranz.

Nähere Infos zu Bifidyn von Vitabay gibt’s hier! *

Nähere Informationen darüber, welche Probiotika bei einer Histaminintoleranz in Ordnung sind, finden Sie auf histaminfrei.at.

Probiotika sind nicht alles – Tipps für einen gesunden Darm!

Probiotika können die Funktion eines gesunden Darms unterstützen. Gleichzeitig sollte auch auf Ernährung und Lebensstil geachtet werden. Am besten ist es immer eine Probiotikaeinnahme mit einem  Arzt oder Heilpraktiker zu besprechen. Hier erfahren Sie aber noch unsere Top Tipps für einen gesunden Darm bei Fructoseintoleranz.

Top Tipps für einen gesunden Darm bei Fructoseintoleranz!

  • Machen Sie einen Darmflora-Test: Eine Stuhluntersuchung kann Ihnen zeigen, ob die Darmflora bei Ihnen im Gleichgewicht ist und wie hoch der Anteil an schädlichen Darmbewohner wie Parasiten, Hefepilze oder schädliche Bakterien in Ihrem Körper ist.
  • Frisch kochen: Vermeiden Sie Fertignahrungsmittel so gut wie möglich und konzentrieren Sie sich auf eine Ernährungsweise mit gesunden Fetten, gesunden Eiweißquellen, fructosefreies Gemüse und komplexe Kohlehydratquellen.
  • Achten Sie auf Ihre Vitaminversorgung: siehe auch Beitrag Vitamine bei Fructoseintoleranz und Fructophan vs. Fructobalax.
  • Ballaststoffe: können das Wachstum von Darmbakterien fördern und damit die Wirkung von Probiotika bei Fructoseintoleranz unterstützen. Machen Sie Ballaststoffe zu einem täglichen Bestandteil der Ernährung. Wenn Sie nicht gewohnt sind ballaststoffreiche Lebensmittel wie fructosefreies Gemüse zu essen, dann beginnen Sie langsam diese in Ihren Ernährungsplan zu integrieren um Bauchschmerzen und Darmprobleme zu vermeiden. Auch einige Hülsenfrüchte sind gut verträgliche Ballaststoff-Quellen bei Fructoseintoleranz, wobei diese bei empfindlichen Personen Verdauungssymptome verstärken können.
  • Nicht zu viel Traubenzucker: Wer aufgrund von einer Fruchtzuckerunverträglichkeit keinen Haushaltszucker verträgt, greift gerne zu Traubenzucker. Dieses ist aber in höheren Mengen schädigend für die Darmflora, bevorzugen Sie besser andere fructosefreie Süßungsmittel. Ich hab besonders gute Erfahrungen mit Steviapulver gemacht. Es reicht eine Messerspitze davon um die selbe Süße zu erreichen, wie durch Dutzende Gramm Zucker. Und: es ist gut verträglich! Hier erfahren Sie darüber mehr.*
  • Essen Sie verträgliche fermentierte Nahrungsmittel: Sauerkraut, Miso, Tempeh, Kimchi (wenn verträglich), Kefir, Rohmilch-Käse und natürlich das klassische Joghurt liefern natürliche Probiotika bei Fructoseintoleranz.
  • Folgen Sie keinen strikten Diäten: Hinterfragen Sie alles, was Sie lesen und lassen Sie sich nicht von irgendwelchen unglaubwürdigen Internetdoktoren dazu überreden einer strikten Ernährungsweise wie beispielsweise Veganismus oder Carnivore zu folgen. Kein Naturvolk hat sich nur von Pflanzen oder nur von Fleisch ernährt, gleichzeitig sind diese aber so gut wie immer frei von jeglichen Zivilisationserkrankungen wie auch der Fructoseintoleranz. Folgen Sie einer fructosearmen Ernährung nicht aber irgendwelchen strikten Diäten, außer wenn Sie von Ihrem Arzt empfohlen wurden.

Weitere effektive Tipps um den Darm bei Fructoseintoleranz zu stärken!

  • Regelmäßige Bewegung: haltet Ihren Darm in Schwung.
  • Kauen Sie gründlich: Beim Kauen werden Enzyme wie Amylase aktiviert, die die Nahrung bereits im Mund vorverdauen.
  • Meiden Sie Weizen: Das gilt nicht für jeden. Dennoch: bei vielen Menschen führt Weizen oder Gluten zu Darmproblemen. Es gibt einige glutenfreie Brote auf den Markt, die meisten sind allerdings aufgrund von hohem Anteil an Zusatzstoffen und raffinierten Mehlen keine gute Alternative zu glutenhaltigem Brot dar. Wer die Zeit hat kann Brot bei Fructoseintoleranz selber backen z.B. mit unserem Rezept für ein fructosearmes Brot aus Buchweizen und Dinkel! . Alternativ ist es für viele Menschen auch hilfreich, wenn man statt Backwaren ganz einfach Naturreis, Quinoa, Hirse und Buchweizen konsumiert.
  • Probieren Sie Verdauungsenzyme: Verdauungsenzyme helfen dabei Lebensmittel in unserem Darm zu verarbeiten und dementsprechend auch die Nährstoffe aus Nahrungsmittel gut aufzunehmen. Wir produzieren Sie von Natur aus in unserem Körper, bei einem geschwächten Darm ist es aber vorrübergehend hilfreich sie in Kapselform zu probieren.
  • Achten Sie auf Medikamente: manche Medikamente können den Darm schädigen, beispielsweise NSAIDs und Antibiotika. Sollte ein Medikament bei Ihnen zu Verdauungssymptomen führen, können Sie mit einem Arzt über Alternativen sprechen.
  • Nehmen Sie Omega 3 Kapseln: als Ergänzung zu den Probiotika bei Fructoseintoleranz sind auch Omega 3 Kapseln ideal. Diese stärken nicht nur unser Gehirn, sondern wirken auch positiv auf unsere Darmgesundheit.
  • Stress vermeiden: Interessanterweise fand eine Studie einen Rückgang an Laktobazillen, bei jungen Studenten während des Schulstress. Andere Studien deuten darauf, dass Probiotika sogar dabei helfen mit Stress besser umgehen zu können.

Fructophan oder Fructobalax – Welches ist besser?

Fazit: Wie effektiv sind Probiotika bei Fructoseintoleranz?

Probiotika können eine sinnvolle Ergänzung als Nahrungsergänzungsmittel bei Fructoseintoleranz darstellen um die Darmgesundheit zu stärken und damit eventuell sogar die Fructoseintoleranz zu verbessern. Außerdem schützen sie vor den Schäden von Antibiotika, helfen bei Allergien, sind effektiv gegen Hautprobleme sowie Pilzinfektionen und stellen sogar eine potenzielle Begleitmaßnahme zur Therapie ausgewählter neurologischer Erkrankungen und psychischer Störungen wie etwa Depression da.

Allerdings sind Probiotika bei Fructoseintoleranz wahrscheinlich auch kein alleiniges Alleinheilmittel, wenn auch eine gute Ergänzung. Wichtig ist, dass man neben der Einnahme eines passenden Probiotikums auch auf eine gute fructosearme Ernährung achtet und am besten die Tipps für einen gesunden Darm (siehe oben) folgt.

Was ist Ihre Erfahrung mit Probiotika bei Fructoseintoleranz? Haben Sie von der Einnahme profitiert oder nicht? Hinterlassen Sie dazu gerne ein Kommentar da!

Gibt es ein Fructoseintoleranz Medikament?


Referenzen:

  1. Park, Do-Young et al. “Dual probiotic strains suppress high fructose-induced metabolic syndrome.”World journal of gastroenterology “ vol. 19,2 (2013): 274-83. doi:10.3748/wjg.v19.i2.274
  2. Sophia J. Oak & Rajesh Jha (2019)The effects of probiotics in lactose intolerance: A systematic review, Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 59:11, 1675-1683, DOI: 10.1080/10408398.2018.1425977
  3. Costantini L, Molinari R, Farinon B, Merendino N. Impact of Omega-3 Fatty Acids on the Gut Microbiota. Int J Mol Sci. 2017;18(12):2645. Published 2017 Dec 7. doi:10.3390/ijms18122645

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